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Programm endgültig

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Lange Nacht der Kritik Zürich

Unter dem Druck der Leistungsgesellschaft und einer gewachsenen Profitlogik löst Ausbildung zusehends Bildung ab. Der Einfluss der Märkte auf die Hochschulen und der Druck auf die Student*innen nehmen zu.

Die Universität Zürich öffnet im Rahmen der «Langen Nacht der Karriere» und den «Career Days» den Märkten und ihren Vertreter*innen regelmässig Tür und Tor. Diese beiden genannten Veranstaltungen zeigen deutlich auf, in welche Richtung es gehen soll: Bildung ist, was der Karriere hilft und sich unmittelbar in Geld umwandeln lässt. Universitäten transformieren sich zu karriereorientierten Ausbildungsstätten, die kaum Platz bieten für Denken, das sich nicht nach der Maxime der ökonomischen Verwertbarkeit richtet. Die Auswirkungen welche solch ein kapitalistischer Realismus auf das Studium hat, sind uns allen bekannt: Man wird von Prüfung zu Prüfung gejagt, der Stress nimmt zu, Konkurrenzdenken soll solidarisches Studieren ersetzen und die Vereinbarkeit mit Nebenjob, steigenden Mieten und höheren Prämien wird immer schwieriger. Zur Prüfungszeit schaltet die Universität dann jeweils verschiedene Angebote zur Hilfe bei psychischen Problemen auf, was in der konkreten Situation helfen kann, aber den Blick nicht auf die Ursachen von Überforderung, Stress und Belastung richtet.

Studieren heisst jedoch nicht zwangsläufig, dass man diesen Entwicklungen einfach alternativlos ausgesetzt ist.Wir wollen uns gegen die vorskizzierten Entwicklungen wehren. Deshalb organisieren wir

am Freitag dem 27. Oktober 2017

die 2. Lange Nacht der Kritik Zürich

Nachdem wir an der letzten „Langen Nacht der Kritik“ in Zürich vor allem auf die treibenden Kräfte hinter den skizzierten Entwicklungen eingegangen sind, wollen wir dieses Jahr vermehrt von bestehenden Problemen und Kämpfen an der Universität selber sprechen. Inwiefern spiegeln sich gesellschaftliche Unterdrückungsmomente an der Universität? Inwiefern ist die Universität aber auch nach wie vor ein Platz der Elite? Wir wollen auch von Kämpfen an anderen Universitäten und ihren verwandten Entwicklungslinien in konkreten Kontexten lernen. Dies immer im Wissen, dass die „Waffe der Kritik die Kritik der Waffen nicht ersetzen kann“ und unsere theoretische Auseinandersetzung nur dann einen sinnvollen Ausdruck erhält, wenn sie sich als realen Widerstand manifestiert. Die Lange Nacht der Kritik will für theoretische Auseinandersetzungen und praktischen Widerstand gegen die Ökonomisierung der Bildung Platz bieten.

Solidarität mit Kerem Schamberger

Solidarität mit Kerem Schamberger – Radikalenerlass und Verfassungsschutz abschaffen!
Solidarität mit der Zivilbevölkerung im mittleren Osten und Solidarität mit allen progressiven
Bewegungen in Kurdistan, im mittleren Osten und überall!

Einem jungen Kommunikationswissenschaftler der LMU (München), der zu Nordkurdistan doktorieren möchte, wird aktuell die Anstellung durch den bayerischen Verfassungsschutz verhindert, weil er Mitglied der DKP ist. Weil wir das scheisse finden und weil Kerem ein nicer Typ ist, haben wir 1 Solifoto gemacht. Da die Hintergründe des Falles bereits in vielen verschiedenen Medien (vgl. Linksammlung in den Kommentaren) abgehandelt wurden, beschränken wir uns auf einige Gedanken, welche mensch sich zu Solifotos machen kann.
An der «Langen Nacht der Kritik» kritisierten wir die «Lange Nacht der Karriere» als Ausdruck einer Ökonomisierung der Hochschule hin zur karriereorientierte Ausbildungsstätte für den kapitalistischen (Arbeits-)Markt. Uns allen ist der Widerspruch bewusst, dass wir alle lohnabhängig sind und für unseren Lebensunterhalt unsere Arbeitskraft verkaufen müssen. Diese Widersprüchlichkeit der Verhältnisse ermöglicht, ja zwingt uns, an einem Tag das Hamsterrad Karriere zu denunzieren und an einem anderen den bürgerlichen Staat zu kritisieren, welcher dem
Kommunikationswissenschaftler Kerem Schamberger den Zugang zur Lohnarbeit verunmöglicht. Wir zeigen uns überdies scheinbar widersprüchlich an einem Tag solidarisch mit den Menschen in Sengal, Kobane, Amed, Aleppo oder dem Mittelmer, welche einen Genozid oder Massenmord durch türkische Militäreinheiten, den Daesh, den Schergen Assads oder der europäischen Grenzmilitäreinheiten Frontex befürchten müssen oder erleiden mussten. Und an einem anderen Tag solidarisieren wir uns «nur» mit dem individuellen Lohnarbeitsschicksal eines einzelnen Menschen.
Der Natur der Sache nach sind Kommunisten wie Kerem Schamberger internationalistisch orientiert und als solche eingebettet im Kampf gegen die bestehenden Verhältnisse. Kerem Schamberger hat sich über die letzten Jahre als zuverlässige Quelle zu eben erwähntem Konfliktgebiet verdient gemacht. Durch seine Arbeit zeigt er einem grossen Publikum die Bigotterie und Mittäterschaft der bundesdeutschen und europäischen Regierungen an diesen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Durch so eine unbeugsame internationalistische Ausrichtung werden solche Menschen Angriffsziel von reaktionären Organisationen wie dem Verfassungsschutz und haben ebenso unsere Solidarität verdient.
Wenn wir Solidarität mit Menschen wie Kerem Schamberger zeigen, bedeutet das gleichzeitig immer auch Solidarität mit der Zivilbevölkerung aktuell insbesondere im mittleren Osten und Menschen auf der Flucht aber auch Solidarität mit allen progressiven Bewegungen in Kurdistan, im mittleren Osten und überall.

*** Nachrichten Deutsch***

+++ Audio: ‚Kalter Krieg‘ an der der LMU München
http://www.ardmediathek.de/…/Kalter-Krieg-an-der-LMU-M
%C3%BCnchen/Deutschlandfunk/Audio-Podcast?bcastId=21601056&documentId=38526374
+++ Ein Hauch von Kaltem Krieg weht durch die Münchner Uni
http://www.sueddeutsche.de/…/kein-job-fuer-kommunisten…
durch-die-lmu-1.3214909
+++ DKPler über sein de facto-Berufsverbot
https://www.taz.de/DKPler-ueber-sein-de-facto…/!5348125/
+++ Drohendes Berufsverbot gegen linken Wissenschaftlichen Mitarbeiter in München
https://www.rote-hilfe.de/…/738-drohendes-berufsverbot…
in-muenchen-gegen-die-wiederbelebung-des-radikalenerlasses
+++ Kein Uni-Job – weil er Mitglied in der DKP ist
http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.brandbrief-an…
uni-job-weil-er-mitglied-in-der-dkp-ist.e1d25409-6b0c-4d22-9884-5ee0c54f4915.html
+++ »Berufsverbote führen zu Duckmäusertum«, Gespräch mit Kerem Schamberger
https://www.jungewelt.de/2016/10-26/013.php

*** Solibotschaften Deutsch ***

+++ Allgemeiner Studierendenaussschuss Uni Hamburg: Wissenschaftsfreiheit statt Berufsverbote –
„Verfassungsschutz“ auflösen!
https://www.facebook.com/asta.uhh/posts/10154643090993114
+++ Stoppt den kalten Krieg in Bayern
http://www.scharf-links.de/137.0.html?
&tx_ttnews[tt_news]=58004&tx_ttnews[cat]=39&cHash=2dd8f155ae
+++ Solidarität mit Kerem Schamberger; Kritik an Bodo Ramelow
https://www.jungewelt.de/2016/10-24/037.php
+++ Fachschaft KW der LMU
https://www.facebook.com/fachschaftkw/posts/1115390638510006

Portugisisch & Spanisch:

http://operamundi.uol.com.br/…/aluno+de+doutorado+e…
as+em+universidade+da+alemanha+por+ser+comunista.shtml
http://www.cubadebate.cu/…/ser-comunista-te…/#.
WBZxfnRWXrc
http://www.eldiario.es/…/Kerem_Schamberger-Universidad…
0_572542875.html

Auch auf seiner FB-Seite und Webpage
finden sich Infos.

https://www.facebook.com/kerem.schamberger
http://www.kerem-schamberger.de/

Angepasstes Programm

Aus gesundheitlichen Gründen musste Ruben Hackler kurzfristig seinen Vortrag absagen. Wir bedauern sehr, dass er nicht anwesend sein kann. Stattdessen werden Aktivist*innen aus Katalonien und dem Baskenland einen Vortrag über studentische Proteste und deren Verbindung zur baskischen und katalanischen Unabhängigkeitsbewegungen halten. Der Vortrag wird in Englisch sein.

Medienmitteilung

Medienmitteilung vom 14. September 2016

LANGE NACHT DER KRITIK
Donnerstag, 27. Oktober, ab 17.30 Uhr, Universität Zürich

Unter dem Druck der Leistungsgesellschaft und einer gewachsenen Profitlogik löst Ausbildung zusehends Bildung ab. Der Einfluss der Märkte auf die Hochschulen und der Druck auf die Studierenden nehmen zu. Universitäten wandeln sich zu karriereorientierten Ausbildungsstätten, die kaum Platz bieten für kritisches Denken, das sich nicht nach der Maxime der ökonomischen Verwertbarkeit richtet. Auch an der Universität Zürich werden diese Entwicklungen vorangetrieben. So wurde etwa die Abschaffung der 30er Nebenfächer mit deren fehlenden Wirtschaftlichkeit begründet, weiter sollen Studienzeitbeschränkungen die Studienzeit nach Effizienzkriterien „optimieren“.

Die Universität Zürich öffnet im Rahmen der «Langen Nacht der Karriere» und den «Career Days» den Märkten und ihren Vertretern regelmässig Tür und Tor. Diese beiden genannten Veranstaltungen zeigen deutlich auf, in welche Richtung es geht: Bildung ist, was der Karriere hilft und sich unmittelbar in Geld umwandeln lässt. Bildung soll jedoch einen emanzipatorischen Charakter haben und die Studierenden anregen, kritisch über die bestehenden Verhältnisse zu reflektieren. Die Verwicklung der Universität mit Grosskonzernen und deren kapitalistischen Interessen widerspricht diesem Ziel grundsätzlich.

Wir wollen uns gegen die vorskizzierten Entwicklungen wehren: Deshalb organisieren wir am Donnerstag dem 27. Oktober 2016 eine «Lange Nacht der Kritik» an der Universität Zürich. In verschiedenen Vorträgen und Workshops gehen wir der Frage nach, wie die Ökonomisierung der Universitäten erklärt und analysiert und kritische Forschung vorangetrieben werden können. Schliesslich möchten wir Raum für die Frage öffnen, wie wir uns als Studierende organisieren wollen, um die Ökonomisierung der Bildung zu bekämpfen.

Das Team der «Langen Nacht der Kritik»