Save the Date: 11. November

Wir planen auch für den kommenden Spätherbst wieder eine Lange Nacht der Kritik in Zürich durchzuführen. Merkt euch schonmal den 11.11.21 vor. Wahrscheinlich wird es dieses Jahr auch wieder möglich sein die Nacht vor Ort an der Uni durchführen zu können. Dabei werden wir auf ein geeignetes und konsuequentes Schutzkonzept setzen, falls wir uns tatsächlich ‚live und in Farbe‘ sehen werden.

Ausserdem freuen wir uns, dass wir auch in diesem Jahr mit dem Internetradio Megahex zusammenarbeiten dürfen und so Inhalte auch in die eine oder andere warme Stube senden können.

Die sirène ist hier!

Das Heft zu Widerstand, Emanzipation und Herrschaftskritik in der Bildung kann nun bei der kriPo bezogen werden. Unter Beteiligung aus der ganzen Schweiz sind Texte entstanden, die wir euch nur ans Herz legen können.
Nächsten Mittwoch und Donnerstag könnt ihr bei uns im Büro vorbeikommen und euer Exemplar gratis oder gegen eine Spende beziehen.

Wann? 16. & 17.12 09:30-18:00 Uhr
Wo? kriPo Büro, Rämistr. 62, 2. Stock

Wir planen auch für dieses Jahr

Auch im Pandemiejahr 2020 planen wir eine Lange Nacht der Kritik. Nicht zu Letzt auch weil es unser 5-jähriges Jubiläum werden soll, haben wir im Gegensatz zur Langen Nacht der Karriere noch nicht aufgegeben die Veranstaltung in physischer Form durchführen zu können am 12. November.

Mit der Planung haben wir bereits begonnen und auch schon erste Zusagen erhalten. Ihr dürft euch also bereits freuen!

Ihr werdet weiterhin von uns hören.

Zum Dezember

Wir sind immernoch im kritischen Glück über die vielen Besuchenden und die angeregten Diskussionen. Danke allen, die Teil waren.

Wir haben euch noch auf eine Veranstaltung von uns im Dezember aufmerksam gemacht. Leider hat es mit der geplanten Sprecherin nicht mehr funktioniert. Alternativ haben wir zum Abschluss des Langen Semester der Kritik eine Veranstaltung zum Thema Wasser und Eigentum mit den Critical Scientists auf Lager.

Die Ernennung Christian Fruttigers, ehemaliger Global Head of Public Affairs von Nestlé Waters, zum Vize-Direktoren des DEZA im Herbst dieses Jahres befeuerte die politikwissenschaftliche Diskussion zu Public-Private-Partnerships und dem Menschenrecht auf sauberes Wasser und löste eine internationale Protestpetition aus.[1] „Wem gehört das Wasser?“ ist der einzige deutschsprachige Dokumentarfilm, welcher die Verknüpfung des DEZA mit den grossen, privaten Wasserplayern wie Nestlé und Coca Cola via der Water Ressource Group der Weltbank thematisiert.[2] Das Team um den Regisseur Christian Jentzsch beleuchtete dabei nicht nur die Situation von privatisierten Wasserquellen in Colorado, Brasilien und Südafrika, sondern spannt den Bogen auch in die Schweiz und dokumentiert das Bundesgerichtsverfahren rund um die Infiltration von Attac Neuenburg durch drei Securitas Agentinnen im Auftrag von Nestlé.[3]

Regisseur Jentzsch wird beim Filmscreening anwesend sein und ein Update zu den porträtierten Themen geben. Die Diskussion kann beim anschliessenden Fondue Plausch fortgeführt werden. Anmeldung fürs Fondue erforderlich. [4]

Bis dann!

[1] http://action.storyofstuff.org/sign/nestle-swiss-agency-water-aid_german/
[2] https://www.2030wrg.org/about-us/partners/
[3] https://www.humanrights.ch/de/menschenrechte-schweiz/inneres/person/sicherheit/spionagefall-wirft-schlechtes-licht
[4] https://kritische.ch/2019/12/03/fondue-anmeldung/

Auch 2019 gibts Kritik!

Einige werden es bereits gehört haben: Auch 2019 wird es eine Lange Nacht der Kritik in Zürich geben. Dieses Jahr werden wir wieder als Gegenveranstaltung am gleichen Abend, am 14. November, Raum an der Universität einnehmen.

Passend zu den aktuellen Organisierungen wird Bettina Dyttrich eine Veranstaltung zu Ökofeminismus und der Verbindung der Kämpfe und Bewegungen halten. Das  Hochschulkollektiv für den feministischen/Frauen*streik, das sich auch über den 14. Juni hinaus organisiert, wird ebenfalls einen Workshop vorbereiten. Auch mit der Bildung befassen wir uns dieses Jahr wieder: Stefan Lüönd wird eine Veranstaltung zur „Neuen Autorität“ an den Volkschulen halten und Peter Streckeisen ist dieses Jahr wieder mit dabei und spricht zur sozialen Selektion im akademischen Kapitalismus. Ausserdem wird es eine Veranstaltung zu den Unistreiks im Kosovo geben.

Zum ersten Mal machen wir dieses Jahr das Herbstsemester gleich zum Langen Semester der Kritik! Am 19. September war der Berlin Busters Social Club an der Uni und präsentierte die Praktik des Ad-Busting und besprach sie mit den Anwesenden. Im Oktober wird eine Veranstaltung im Nachgang zum feministischen Streik folgen und für den Dezember haben wir auch noch etwas im Köcher.

Gegen die Vereinzelung und den Leistungsdruck! Gemeinsam reflektieren, diskutieren und organisieren! Denn: Von innen sieht auch ein Hamsterrad wie eine Karriereleiter aus…

Solidarität mit der Langen Nacht der Kritik St.Gallen

FHS gegen kritische Studierende
Die Fachhochschule St. Gallen (FHS) will kritische Stimmen unterbinden. Sie hat die „Lange Nacht der Kritik“ aus ihren Räumlichkeiten verbannt. Es steht schlecht um Kritik in der Bildung.

Die (Fach-)Hochschullandschaft hat sich mit der Bologna-Reform in einen neoliberalen Sog begeben. Bildungsinstitute richten ihre Wissensproduktion immer stärker an den Marktbedürfnissen aus und entledigen sich der letzten humanistischen Bildungsideale. Ein besonderer Ausdruck dieser Entwicklung ist die „Lange Nacht der Karriere“ an Hochschulen, mit welcher unmissverständlich ein neuer neoliberaler Studierenden-Typus adressiert wird, der seiner Passung zur Kapitalverwertung entgegenstrebt. Gegen diese Tendenz organisieren Studierende seit drei Jahren die „Lange Nacht der Kritik“ und dies mittlerweile an den Universitäten Zürich, Bern und Basel und an der Fachhochschule St. Gallen.

Ein anderer Ausdruck der neoliberalen Umformung des Hochschulwesens ist, dass sich die Bildungsinstitute in Konkurrenz zueinander aufstellen und sich um klare Profile im Kampf um die Bildungsmarktanteile bemühen. Offenbar versucht die FHS den aktuellen rückschrittlichen Zeitgeist kreativ mitzugestalten und profiliert sich als erste Bildungsinstitution mit der Unterbindung der Langen Nacht der Kritik in ihren Räumlichkeiten. Das Verbot ist eine direkte Reaktion des Rektors Prof. Dr. Sebastian Wörwag und der Leiterin des Fachbereichs Soziale Arbeit Prof. Dr. Barbara Fontanellaz auf eine Protest- und Informationsaktion des Forums für kritische Soziale Arbeit (Kriso) auf dem Gelände der FHS. Diese hatte mit einer Transparent-Aktion und Flugblättern auf die drohende Ausweitung von Überwachungskompetenzen durch Sozialversicherungen und private Versicherungen (Referendum gegen „Sozialdetektive“) aufmerksam gemacht. Damit haben die AktivistInnen als Profesionelle der Sozialen Arbeit fachlich Position bezogen und insbesondere Studierende der Sozialen Arbeit ansprechen wollen. Obwohl diese Aktion formell und inhaltlich nichts mit der Langen Nacht der Kritik zu tun hat, reagierte die FHS-Leitung mit dem Verbot der letzteren. Und ihre Begründung spricht Bände über den Missstand und den Durchmarsch neoliberaler Ideologie in der aktuellen Bildungspolitik: Die FHS sehe sich „wirtschafts- sowie sozialpolitisch einer Mehrperspektivität verpflichtet. Sie befähigt ihre Studierenden zu differenzierter Reflexion und fördert eine offene Diskurskultur. Als Organisation des staatlichen Bildungswesens bezieht sie selbst öffentlich keine politische Position.“

Es hat tatsächlich realsatirisches Potential, dass eine FHS-Leitung die Lange Nacht der Kritik mit dem Verweis auf wirtschafts- und sozialpolitische Mehrperspektivität verbietet – eine Veranstaltung, die ja eben gerade eine Reaktion ist auf den privilegierten Sonderzugang an Hochschulen für so wirtschafts- und sozialpolitisch neutrale Firmen wie KPMG, pwc oder accenture. Eine Hochschulleitung, welche einer Veranstaltung über den Zusammenhang von Bildungsmarkt und dem Aufkommen des Begriffs des Lebenslangen Lernens (so die Veranstaltung der Langen Nacht der Kritik) den bildenden Charakter abspricht – ja diese sogar in ihren Räumlichkeiten verbietet – und sich hingegen nicht zu schade ist, ihr Bildungsverständnis durch „Meet and Greets“ mit global führenden Unternehmens- und Steuerberatern, durch „Fotoshootings“ mit „Career Center Teams“, durch Veranstaltungen zur „praktischen Anwendung von mentalen Techniken“ im Bewerbungsprozess und Veranstaltungen zur ganz mehrperspektivischen Beantwortung der Frage, ob Drogen ein „Hope or Hype“ für die Selbstoptimierung im Studium darstellen zu pervertieren, ist im Bildungswesen vielleicht einfach im falschen Business.

Wir sind uns mehr als bewusst, dass ein politisch rauer Wind weht. Der neoliberale Angriff auf die Gesellschaft hat auch die Bildungsinstitutionen unter finanziellen Druck gebracht. Und das rasante Wiederaufkommen reaktionärer und faschistischer politischer Strömungen in Europa und weltweit setzt auch Schulleitungen politisch unter Druck. Genau deshalb braucht es Widerstand gegen diese ökonomischen und politischen Zerstörungskräfte und das Organisieren der Langen Nacht der Kritik ist ein Teil dieses Entgegentretens. Dabei versucht die Lange Nacht der Kritik eine alternative –fachliche und wissenschaftliche – Perspektive inmitten einer absolut hegemonialen Präsenz wirkungsmächtiger neoliberaler Ideologien zu bieten. Wer angesichts der aktuellen politischen Situation, in welcher eine SVP für ihre rassistische Propaganda einfach mal das Titelbild der auflagenstärksten Tageszeitung kauft und in welcher eine UBS sich einfach mal ein Institut der Uni Zürich aufkauft (um nur zwei Beispiele zu nennen) selbstorganisierte kritische Veranstaltungen von Studierenden als tendenziös verurteilt, müsste wohl hinter die Geschichtsbücher.

Deshalb diskutieren wir die Situation der FHS heute auch an der Langen Nacht der Kritik an der Universität Zürich und machen unsere Besucher*innen darauf aufmerksam. Wir wünschen unseren Kolleg*innen in St. Gallen heute viel Erfolg bei der Durchführung der Langen Nacht der Kritik im alternativen Raum des Kulturkonsulats.

Nicht so mehrperspektivische Informationen und Reaktionen finden sich hier:
https://www.saiten.ch/fhs-keine-lust-auf-kritik/
https://www.saiten.ch/soziale-arbeit-ist-politisch/
https://www.saiten.ch/der-paternalistische-bilck/
www.kriso.ch

VON ZÜRICH ÜBER BASEL BIS ST.GALLEN!
SOLIDARITÄT HEISST WIDERSTAND!
NO BORDER, NO NATION, FREE EDUCATION!