Mascha Madörin, Ökonomin, lic. rer. pol.

Überlegungen zur Zukunft der Care Ökonomie

20:00 Uhr, SOE-E-01

Die direkte Sorge für und Versorgung von Menschen ist – bezahlte und unbezahlte Arbeit zusammengezählt – mit Abstand der grösste Wirtschaftssektor. Das ist nicht neu, auch nicht, dass die Care Ökonomie wichtig ist für unsere Wohlergehen und diese einen zentralen Teil unseres Lebensstandards darstellt. Neu ist, dass das Bildungs- und das Gesundheitswesen seit Jahrzehnten mit Abstand am meisten wachsen – jedenfalls wenn wir das Volumen der Erwerbsarbeit ansehen. Heute machen diese beiden Sektoren schon bald ein Fünftel der Erwerbsarbeit in der Schweiz aus. Diese Tendenz wird in Wirtschaft und Politik vor allem als Kosten- und Effizienzproblem diskutiert; als Problem und nicht als Fortschritt. Die Versuche, Kosten einzudämmen, laufen jedoch gründlich schief, weil das kaum möglich ist ohne massiven Abbau der Leistungen. Dazu kommt, dass grundlegende Konzepte der Reorganisation aus der Güterindustrie stammen. Der Spar-, Kontroll- und Effizienzwahn führt zu einer dysfunktionalen Organisation des Bildungs- und Gesundheitswesens. Die Universitäten und Spitäler drohen schlechter zu werden, auch wenn die Kosten weiter zunehmen.

Zur Tonaufnahme des Vortrags

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